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Freitag, 21. April 2017

Ostern 2017




Ostern 2017
 
Der Karsamstag ist ein besonderer Tag, der mir sehr gefällt: In der Erwartung der Auferstehung, voll des Schmerzes des Karfreitags und voll der Hoffnung des Auferstandenen.
Samstagfrüh ging einer der ersten Regenfälle herab, aber dieses Mal war es ernst! Es regnete von 6 bis 11 Uhr ohne Unterlass, und die Ebene von Bozoum wurde überschwemmt.
Am Nachmittag bereiteten wir uns auf die große Osternacht vor, die um 18:30 Uhr begonnen hat und um 22:15 Uhr (!) zu Ende war. Es waren viele Leute da, und die Taufen wurden sehr erwartet.
Wir haben mit der Segnung des Feuers begonnen, und dann sind wir mit der Osterkerze in die Kirche eingezogen. Und hier explodierte der Gesang des Exsultet, eines sehr alten Hymnus, der die Auferstehung Christi verkündet.
Nach den Lesungen folgte der große Augenblick der Taufen. Mehr als einhundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden getauft! Es ist ein großer Segen für die Kirche und die Welt! Viele empfingen die Taufe mit großer Rührung, andere waren beherrschter, aber für sie alle und für die ganze Gemeinde war es ein wirklich festlicher Augenblick. Als die Neugetauften in ihren weißen Kleidern in die Kirche zurückkehrten, sang die ganze versammelte Gemeinde: „I so kwe, Nzapa a sukula i awe, i yu Christ tongana Gbya ti i awe” („Ihr alle, die ihr in der Taufe gewaschen wurdet, seid in Christus, eurem Herrn, neu bekleidet“).
Als die Messe zu Ende war, gingen alle nach Hause, und während sie hinab in die Stadt zogen, hörte man die Gesänge, die überall ein bisschen begannen, und schließlich füllte sich die Stadt nach und nach mit Gesängen, die die ganze Nacht und den ganzen Ostertag anhalten sollten.
Am nächsten Morgen haben wir uns alle wieder zur feierlichen Messe um 8:30 Uhr in der Kirche versammelt. Alle Neugetauften waren da, schön und strahlend.
Nach der Messe gingen sie, begleitet von ihren Freunden und Angehörigen und von den Chorälen, nach Hause zurück. Es war ein Fest der Farben, Klänge und der Freude. Einer Freude, die die ganze Woche, die Osteroktav, lang fortdauert. Während dieser Woche kommen die Neugetauften jeden Morgen um 6 Uhr zur Messe, und sie sind stolz auf ihre weißen Kleider, aber noch stolzer auf ihre neue Würde als Kinder Gottes!
 

Inondazione a Bozoum
l'inondation de Bozoum, la veille de Paques









Panorama della piazza della chiesa dopo la Messa Pasquale
Panoramique de la place de l'église, après la Messe de Paques






Freitag, 14. April 2017

Ostern und anderes


Ostern und anderes
 
Während in Europa und in anderen Ländern der Nordhalbkugel Ostern in der Regel mit dem Frühling zusammenfällt, kommt es hier in der Zentralafrikanischen Republik in der Karwoche oft zu den ersten Regenfällen. Nachdem seit dem letzten Regen im November Monate vergangen sind und nachdem es mehrere Wochen sehr heiß war, ist endlich ( endlich!) der Regen da! Es stürmt, donnert, blitzt und dann kommt das Wasser!
In sehr wenigen Tagen verändert sich das Land: Es war trocken und dürr, jetzt bricht das zarte Gras hervor und taucht das Land in Grün. Es ist ein Schauspiel zu sehen, wie wenig Wasser so viel Schönheit hervorbringen kann! Außer dem Gras und den Blumen kommen auch die Termiten hervor! Millionen von diesen Insekten kommen aus den Erdnestern. Also machen sich nicht nur die Kinder auf die Jagd: Mit einem Sieb und etwas Wasser, um die Flügel nass zu machen, machen sie sie flugunfähig  und sammeln sie ein, um sie dann zu essen. Sie sind eine eiweißreiche Mahlzeit.
Aber in diesen Tagen der Karwoche, der Passion, des Todes und der Auferstehung Jesu richten sich unsere Gedanken vor allem auf das, was wir in der Liturgie vorfinden.
Am Palmsonntag haben wir die Feierlichkeiten mit der Prozession begonnen. Es herrschte ein bisschen Durcheinander, aber viel Freude! Es war nicht schwer sich vorzustellen, was alles vor 2000 Jahren in Jerusalem beim Einzug Jesu passiert ist.
Am Montag gingen die Kinder und Erwachsenen, die zur Ersten hl. Kommunion gehen werden, zur Beichte.
Es ist die Gelegenheit, dieses schöne Sakrament, in dem Gott Verzeihung gewährt, auch den Katechumenen vorzustellen, die am Samstag in der Osternacht getauft werden. Mit ihnen haben wir am Dienstagnachmittag  eine kurze Zeit des Gebetes und der Besinnung verbracht, um ihnen zu helfen, sich auf das große Geschenk, das sie empfangen werden, vorzubereiten.
Am Mittwochvormittag bin ich nach Bouar aufgebrochen und habe auch in Bossemptele und Baoro vorbeigeschaut. Am Abend habe ich mich mit etwa dreißig Priestern aus der Diözese von Bouar getroffen. Wir haben zusammen die Vesper in der Kapelle der Klarissen gebetet. Es war eine besondere Gelegenheit, weil am nächsten Tag, dem Gründonnerstag, die Chrisammesse war, in der der Bischof das Chrisamöl  für die Krankensalbung und die Taufbewerber weiht. Die Priester erneuern ihre Versprechen. Unser Bischof ist noch in Italien, weil er Probleme mit der Gesundheit und dem Alter hat. Deshalb hat der Bischof von Berberati die Zeremonie geleitet. Es ist schön Priester zu sehen, die seit Jahren (manche seit fast 60 Jahren!) mit Einfachheit und Freude hier in der Zentralafrikanischen Republik leben und arbeiten!
Gleich nach der Messe am Donnerstagmorgen bin ich nach Bozoum aufgebrochen, wo ich um 14 Uhr ankam. Um 16 Uhr haben wir die Feier vom Letzten Abendmahl begonnen, in dem Jesus die Eucharistie einsetzt und die Füße der Apostel wäscht.
Heute ist Karfreitag, an dem wir das Leiden und Sterben Jesu feiern. Diese Tage helfen uns, an die außergewöhnliche Liebe Gottes zu uns zu denken. Morgen Abend, am Karsamstag, werden wir singen:“ O unfaßbare Liebe des Vaters:
Um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin!“
Und es ist leider wahr, dass wir oft Tod, Krankheit und Schwierigkeiten erleben. Hier in der Zentralafrikanischen Republik nicht weniger als anderswo.
Es ist wahr, dass es Gott sei Dank durch den Tod und die Auferstehung Jesu immer eine Hoffnung über alles Schlimme hinaus gibt!  
 
Frohe Ostern!
domenica delle Palme
dimanche des Rameaux


a caccia di termiti
à la chasse des termites






le rondini
les hirondelles

Marta, infermiera e ostetrica, prepara le croci per i Battesimi
Marta, infirmière et sage-femme, prepare les croix pour les Baptèmes




Samstag, 8. April 2017

Eine ruhige Woche – oder doch nicht?





Eine ruhige Woche – oder doch nicht?
 
Ich hatte gedacht (gehofft, geträumt...), nach den verschiedenen Reisen der vergangenen Wochen ein bisschen in Ruhe in Bozoum bleiben zu können, aber Mittwochfrüh musste ich mich wieder auf den Weg nach Bouar machen. Glücklicherweise gibt es die Straße, die direkt dorthin führt, die es mir gestattet hat, die lange Straße zu vermeiden (so sind es zwei statt fünf Stunden und 105 Kilometer statt 250).
Auf der Rückfahrt erlebte ich eine schöne Überraschung! In diesen Tagen gab es einige Regenfälle (die übrigens einige Mauern in Bouar zum Einsturz gebracht haben, aber glücklicherweise, ohne Opfer zu fordern), und die Natur blüht wieder auf: Das Gras wächst und die Insekten vermehren sich. Entlang der Straße habe ich sehr viele Vögel gesehen, die ein Festmahl einnahmen (vor allem Falken und Sperber), aber dann habe ich Dutzende Vögel von einer Art gesehen, die ich noch nie gesehen hatte. Ich habe danach herausgefunden, dass es sich um Abdimstörche handelte, die schwarz und weiß und sehr elegant sind.
Gestern, am Freitag, haben wir die Wallfahrt der Jugendlichen mit circa 500 Teilnehmern begonnen! Nach ein paar Tagen der Besinnung und der Vorbereitung in der vergangenen Woche kam nun die Pilgerreise dran: Zwei Tage lang waren wir unterwegs bis nach Taley, einem Dorf, das 49 Kilometer von Bozoum entfernt gelegen ist.
Am Freitag haben wir mit einem Gebet in der Kirche begonnen, und dann machten wir uns auf den Weg. Es war sehr (!) heiß, aber wir machten uns auf! Nach fünf Kilometern haben wir angehalten, um die Gruppe zu sammeln, und wir sind den Rosenkranz und den Kreuzweg betend und Lieder singend wieder aufgebrochen.
Nach drei Stunden des Weges sind wir in Betara eingetroffen, das 18 Kilometer von Bozoum entfernt gelegen ist, einem Dorf, wo wir eine Schule, eine kleine Kapelle und eine Wasserpumpe haben. Hier haben die Pilger die Nacht verbracht. Ich bin nach Bozoum zurückgekehrt. Am Samstag bin ich um 4 Uhr aufgestanden und habe Brot geholt, und gegen 5 Uhr kam ich in Betara an. Dort waren schon alle wach, und die Köchinnen verteilten das Frühstück: Kaffee oder Tee und je zwei Brote.
Um 6:05 Uhr haben wir uns wieder auf den Weg gemacht, und die erste Stunde haben wir im Gebet verbracht, mit Rosenkranzgebet und Gesängen, und dann haben wir weitergemacht. Die Sonne war heute besonders stark (ich denke, es waren 38 Grad), was uns dazu zwang, einige Male Halt zu machen. Circa 10 Kilometer vor dem Ziel hat die Pfarrei, die uns aufnahm, ein kleines Empfangskomitee gebildet, und je weiter wir vorankamen, desto mehr Leute aus den Dörfern schlossen sich uns an, oder sie beobachteten uns einfach, boten uns ein bisschen Wasser an oder behielten die Mangobäume im Auge, aus Furcht, dass sie leergeerntet werden könnten…  Um 12:30 Uhr kamen wir endlich in Taley an. Wir waren alle sehr müde, aber der Nachmittag verhieß noch ereignisreich zu werden: Wir haben uns gewaschen, zu Mittag gegessen, haben die Heilige Messe gefeiert, es gab die Gelegenheit zu beichten, und dann kam das Fußballturnier an die Reihe, das nicht fehlen durfte, sowie die Tänze…
Das Leben ist eine lange Pilgerreise!

il muro crollato alla Yolé
le mur écroulé à la Yolé

la Cicogna di Abdim
la cigogne d'Abdim

Via Crucis: la morte di Gesù
Le chemin de Croix: la mort de Jésus

Arrivo a Betara
L'arrivée à Betara

Gauthier


preparativi per la notte a Betara



Sabato, una pausa sulla strada
Samedi, une pause sur la route

l'accoglienza dei cristiani sulla strada
l'accueil des chrétiens sur la route


enfin à Taley


arrivato...
arrivé...

Samstag, 1. April 2017

Kilometer und Grenzen


cappella di Maigaro
Kilometer und Grenzen
 
In diesen Tagen (und diesen Monaten) musste ich so viele Kilometer zurücklegen.
Samstagnachmittag (25.März) bin ich mit Pater Giustino, dem Provinzoberen, und Pater Davide, dem Missionsprokurator, in Bouar aufgebrochen und gegen Mittag kamen wir in Bozoum an.
Der Sonntag war ziemlich ruhig. Nach der Messe habe ich mich für eine Katechese mit den rund hundert Katechumenen getroffen, die an Ostern die Taufe empfangen werden. Dieses Jahr haben wir als Lektüre Texte aus der ganz frühen Zeit der Kirche ausgewählt, um den Katechumenen bei der Vorbereitung auf die Taufe zu helfen.
Am Nachmittag sind einige junge Ordensschwestern aus Bouar, Baoro, Bossemptele und Ngaundaye eingetroffen, um sich einige Tage über die Methode „Spielend lernen“ weiterzubilden, und am Montag sind sie in den Unterricht der Schüler der ersten Grundschuldklasse gegangen, um diese Methode besser zu verstehen.
Am Montag habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. In unserem Seminar von Yolé sind die Eltern der Jungen zu drei Tagen der Fortbildung und der Begegnung zusammengekommen.
Dienstagfrüh sind wir – ebenfalls mit Pater Giustino und Pater Davide - nach Kamerun aufgebrochen. Obwohl ich den Fahrzeugschein des Autos nicht finden konnte, gelang es uns, die Grenze zu passieren (und auch an den rund sechzig Straßensperren auf dem Hin- und Rückweg hat mich keiner danach gefragt…).
Wir legten einen Zwischenhalt in Garoua Boulay ein, wo wir Yussuf getroffen haben, einen Freund aus Bangui, der 2013 fliehen musste, weil er Muslim ist. Am Nachmittag setzten wir die Reise bis Dimako fort, wo wir von den Karmelitinnen vom Jesuskind willkommen geheißen wurden. Es ist die gleiche Kongregation, die auch in Prag mit uns zusammenarbeitet. Sie haben uns freudig aufgenommen, auch weil sie ein bisschen isoliert sind und weil ein Besuch hier in Afrika immer ein Fest ist!
Am Mittwochmorgen sind wir in Yaoundé, das ca. 800 Km von Bouar entfernt gelegen ist, angekommen. Auch hier gab es Treffen, Sitzungen und Diskussionen, und vor allem herrschte Freude darüber, dass man seine Mitbrüder wiedersehen konnte.
Nachdem ich Pater Giustino und Pater Davide am Flughafen zurückgelassen habe, bin ich am Freitagmorgen um 5:30 Uhr in Richtung der Zentralafrikanischen Republik wieder aufgebrochen. Ich hatte eine Reifenpanne, und der Ersatzreifen hatte die Luft verloren… Dies zwang mich dazu, einen langen Aufenthalt in Bertoua einzulegen, wo mich muslimische Freunde aufnahmen und sich um die Reparatur kümmerten. Im 14 Uhr habe ich mich wieder auf den Weg gemacht, und ich musste mich beeilen, weil die Grenze um 18 Uhr geschlossen wird… Ich schaffte es, sie um 17:46 Uhr zu passieren – gerade noch rechtzeitig!



riunione del Provinciale e p.Davide con i 4 novizi


le suore di Bozoum

école Bakanjia. Riunione-formazione dei direttori


raduno genitori, Yolé



Yussuf e il pollaio di Garoua Boulay


le suore Carmelitane di Gesù Bambino a Dimako



Yaounde

i ribelli a 20 km dalla frontiera, a Zoukombo